06.10.18 – Seebrück – Göttingen

06.10.18 – Seebrück – Göttingen

Rund 500 Menschen haben am Sonnabendmittag in Göttingen für „sichere Fluchtwege und Häfen“ demonstriert. Aufgerufen dazu hatte ein Bündnis aus zahlreichen Göttinger Initiativen, Parteien und Kirchen.

Selter fordert eine „klare Einwanderungspolitik“. Seenotrettung sei ein „Gebot der Menschlichkeit und Nächstenliebe“. Wenn Politiker in diesem Zusammenhang von“Asyltourismus“ sprechen, dann sei das „unerträglicher Zynismus“.

Auf dem Marktplatz hatten sich zuvor bereits die beiden Seenotretter Erik Marquardt und Paula Döllscher vor einer bunten Ansammlung Demonstranten für „Anstand und Mitgefühl“ ausgesprochen. Beide waren bereits im Mittelmeer auf privaten Seenot-Rettungsschiffen unterwegs. Marquardt sagte, man müsse sich für das mangelnde Mitgefühl der Politiker, die von „Asyltourismus“ sprechen, schämen. Er lud alle Politiker ein, einmal an Bord mitzufahren, und sich selbst ein Bild über die Lage zu machen. „Die Seenotrettung lässt sich nicht aufhalten, wir werden weiter retten“, sagte er. Auch Döllscher, die zweimal als Ärztin auf dem Mittelmeer im Einsatz war, sagte: „Über Seenotrettung kann man nicht streiten“. Würde man sie zur Diskussion stellen, sei das „Barbarei“.

Ähnlich argumentierte auch Thomas Harms, Lagerpastor in Friedland, der vor der Jacobikirche über das „Massengrab Mittelmeer“ sprach. Nicht die Flüchtinge seinen „die Mutter aller Probleme“, sondern der „Ausverkauf westlicher Werte“. Harms: „Seenotrettung darf nicht in Frage gestellt werden.“

Zu der Kundgebung hatten unter anderem aufgerufen: Amnesty International – Hochschulgruppe Göttingen, Caritas, Flüchtlingsrat Niedersachsen, Innere Mission und Evangelisches Hilfswerk im Grenzdurchgangslager Friedland, Jugend Rettet Göttingen, Bündnis 90/Die Grünen, Jusos, Lampedusa-Bündnis, Our House OM10 und Refugee Network.

Auch wir haben uns an der Seebrücke-Demonstration in Göttingen beteiligt und unsere Forderungen auf die Straße getragen.

Reisegruppe Nordthüringen